Monatsarchiv für August 2009

Sturmböen

26. August 2009

Interessanterweise hat eine der großen Chili-Pflanzen nochmals eine einzelne Blüte getragen – alle anderen Blüten sind mittlerweile den Beeren gewichen (oder mitsamt den Stielen und einem kleinen Frucht-Ansatz abgefallen). Auch zu sehen ist, dass einige Chilis noch satt-grün sind:

Nachzügler-Blüte

Letztens wurden bei stärkerem Wind in einer vorübergehend ungeschützteren Lage mal ein paar Chili-Pflanzen umgeweht. Die meisten haben’s ohne Schaden überlegt, bei einer ist allerdings eine kleiner Ast mit einigen meist grünen Beeren drauf abgebrochen. Das erste Foto wurde nach wenigen Tagen aufgenommen, das zweite dann nochmals 10 Tage später. Interessant finde ich, das die meisten noch unreifen grünen Chilis fast komplett ausgebleicht sind zu einem weiß-beige:

Abgebrochene Chili-BeerenAbgebrochene und dann ausgebleichte Chilis

Grün vs. nicht-mehr-Grün

23. August 2009

Während einige Chili-Beeren so vor sich hin reifen und z.T. schon knall-rot sind (insbesondere am Stiel-Ansatz, wo natürlich ob dem großen Früchte-Gedränge bei dieser Sorte weniger Sonnenschein hin kann, sind die Beeren oft noch nicht so ‘durchgereift’), verlieren manche Pflanzen wiedermal Blätter. Diesmal ist’s sogar eine der wirklich großen Pflanzen, bei der zuerst die Blätter fleckig werden und ausbleichen und in weiterer Folge dann abfallen. Das gleiche Verhalten wie es vor einigen Wochen (v.a. bei einem kleinen) begonnen hat. Im rechten Foto sieht man den Unterschied eines zu vergilben beginnenden Blattes im Vergleich zu einem noch satteren grün im Hintergrund:

Vergilbendes BlattVergleich Blattfarbe: hell-vergilbend vs. normaler-dunkel

Wie bereits vormals beschrieben wird die eine Hälfte weiterhin mit meiner Brennessel-Beinwell-Jauche gedüngt, wohingegen andere Pflanzen jetzt mit einem vom Baumarkt gekauften Bio-Flüssigdünger für Gemüse versorgt werden. Mal sehen ob sich auf Dauer ein Unterschied erkennen lässt.

In der Zwischenzeit habe ich jedenfalls auch mal eine mittelgroße noch grüne Chili der Wissenschaft geopfert: mal kucken wie’s denen so geht im Innenleben und beim verspeist werden:

Mittelgroße grüne Chili-BeereAufgeschnittene grüne Chili

Es ward vollbracht!

14. August 2009

Der 14. August 2009 markiert den ersten Tag einer neuen Zeitmessung: heute ist Tag an der meine erste Chili-Beere geerntet und gekostet wurde!

Doch vorab noch ein paar aktuelle Impression in rot und grün:

Chili-ImpressionenChili-ImpressionenChili-ImpressionenChili-Impressionen

Aber wie gesagt — heute ward es nun dann so weit: die erste Chili wurde geerntet, geputzt, begutachtet, fotografiert — und begonnen, verzehrt zu werden. Bei der ehrenwerten Beere handelt sich um die allererste vor ziemlich genau 2 Monaten erschienene Beere.

Meist habe ich meine bisherigen Chilis zum Würzen von Suppen und Hauptgerichten genutzt — heute Abend war aber mal eine klassische “Brettljause” angesagt. Und ich kann berichten, dass ich noch nicht mal die ganze Chili gegessen habe. Schließlich soll ja auch noch eine Steigerung bis zum Ende der Erntesaison möglich sein was den Schärfe-Charakter des Geschmackserlebnisses betrifft. Und scharf ist die Frucht teilweise allemal! :-)
Sieht wirklich gut aus wie ich finde, hat den typischen dezenten aber doch gleichzeitig kräftigen und frischen Chili-Paprika-Geruch solange sie noch zu ist, was dann aber ganz eindeutig zu “für mich doch genug scharfe Chili” wird sobald sie aufgeschnitten ist… hier ist sie also, meine erste selbst gezogene und geerntete Chili-Frucht:

Die erste Chili-Beere 2009 wird geerntetSamen und Beere schauen doch super aus!?Aufgeschnittene Chili-Frucht

Ein Freund hat mir kürzlich übrigens gesteckt, dass eine Chili-Frucht noch nicht reif sei, wenn man die Samen herausnimmt, diese mal eine Zeit lang zur Seite legt und sie dann braun werden. Auch von daher kann ich jedenfalls bestätigen, dass die Beere ihre Reife erreicht hat.

Reife im Anmarsch

9. August 2009

Nach einer weiteren Woche des Reifens wird die erste Chili-Beere schön langsam “fertig”: das rot ist zwar recht hell und scheint mit der Zeit noch ein wenig nachzudunkeln und satter zu werden, daher lasse ich die Beere noch ein paar Tage auf dem Strauch. Seit dem Auftauchen dieser ersten Chili Mitte Juni sind dann genau 2 Monate vergangen. Dieser Zeitraum deckt sich auch mit Infos von pepperworld.com, wonach in Mexiko die beste Reife (also auch meiste Schärfe) tlw. nach ca. 40-50 Tagen ab Fruchtbildung erreicht wird – Zitat: “[...] bei unserem Klima darf man getrost ein paar Tage bis Wochen dranhängen.”

Weiters zum Ernte-Zeitpunkt:

  • Beim leichten zusammendrücken der Beere ist diese Anfangs eben noch recht “voll”. Zu einem späteren Reifezeitpunkt, sobald die Samen ausgebildet sind, entsteht in der Frucht ein wenig Leerraum, sodass die Beere zusammengedrückt werden kann. (Lt. chili-balkon.de sind die Samen unreifer Chilis nicht keimfähig!)
  • “Zu spät” geerntete Beeren verlieren offenbar wieder etwas an Schärfe. Allerdings gewinnen rote Chilis oft an Aroma (-> Süße und Carotin).
  • Die Schärfe der Beeren nimmt ab, je weiter oben auf der Pflanze die Beere wächst.
  • Rote Chilis sollte man ernten, bevor sie schrumpeln – allerdings kann man offenbar lt. ‘pepperworld’ dünnwandige Sorten auch am Strauch trocknen lassen (in meinem Fall habe ich daher vorerst keinen Ernte-Stress), wohingegen ‘chili-balkon’ wiederum generell schreibt man sollte die Früchte ein paar Tage nach dem Farbumschlag ernten und sie nicht auf der Pflanze belassen und damit weich werden lassen.

Übrigens wird Test-weise die Hälfte der Pflanzen ab sofort mit einem gekauften flüssigen Bio-Gemüse-Dünger versorgt, wohingegen ich für die anderen bei der selbstgemachten Brennessel-Jauche bleibe. Mal sehen, ob sich ein Unterschied feststellen lässt. (Dünger-Ausgangstoffe: Zuckerrübenvinasse, weicherdiges Rohphosphat. Chloridarm. 3% N Gesamtstickstoff, 3% N organisch gebundener Stickstoff, 1% P2O5 wasserlösl. Phosphat, 5% K2O wasserlösl. Kalumoxid.)
Achja, und die Blattläuse bin ich nach dem einmaligen Brennessel-Auszug sprühen immer noch los! :-)

Abschließend noch ein paar aktuelle Bilder:

Rote Chili-BeereNoch eine errötende BeereZwei große vs. der "kränkelndsten" PflanzeDie meisten anderen Pflanzen

PS: Hier schonmal eine Vorschau auf’s Trocknen und die kulinarische Ecke der Ernte :-) . Bei exotic-samen.de sind auch noch einige Infos zur Ernte und anschließenden Verarbeitung angeführt.

Die erste Röte

2. August 2009

Nach einer Urlaubs- und anschließend Computer-technisch bedingten Pause, nun endlich der aktuelle Zwischenstand:
-> Alle Pflanzen leben ganz gut vor sich hin, die großen drei sind 40cm hoch mit zwischen 40-60 Chili-Beeren in unterschiedlichen Reifestadien. (Selbst der unten beschriebene vergilbteste kleine Kollege hat noch eine Hand voll Chili-Beeren entwickelt.)

Zu den Details – und davon natürlich das Wichtigste zuerst: die erste Röte ist im Anmarsch! … :)

Chilis über den Dächern der StadtDie erste "Röte 2009"Die erste "Röte 2009"

Aber nun der Rest der Reihe nach:
Vor 3 Wochen habe ich wohl jeden Tag mind. 2x manuell die Blattläuse bekämpft – mit anschließendem Händewaschen geht das schon irgendwie. :)
Am 17. Juli habe ich mir aber dann einen Brennessel-Auszug gemacht als Geheimmittel im Kampf gegen die Blattläuse: 300g Brennesseln (so gut als es ging derer Zweige die noch nicht in Blüte standen), 3 Liter Wasser drüber – und nach ca. 18h absieben. Das schon recht braune Wasser hab ich unverdünnt auf alle Chili-Pflanzen gesprüht.
2 Wochen später waren nur mehr vereinzelt ein paar Läuschen zu sehen – ansonsten bin ich mit nur dieser Einmal-Behandlung die Viehcher momentan los – hurra! :)
Die Pflanzen haben (außer den optisch unschönen braunen Flecken der getrockneten Tropfen) AFAICS keinerlei Schaden davon getragen.

Brennessel-Auszug gegen BlattläuseBrennessel-Auszug hinterlässt braune Tropfen-Flecken

Wie bereits erwähnt ist die von der mehrfach beschriebenen Vergilbung am schlimmsten betroffene Pflanze ebenfalls zu einer fruchttragenden solchen geworden: es sind zwar nur wenige, aber zumindest scheint es ihr nicht sterbens-elend zu gehen. Schön zu sehen waren zwischendrin endlich wiedermal ein paar dunkel-grünere frische Blätter – sicherlich ein gutes Zeichen. Manche Blätter haben’s jedoch nicht geschafft:

Vergilbendes Blattehem. vergilbtes Blatt - jetzt vertrocknet

Seit 3 Wochen gieße ich nun übrigens alle wöchentlich mit 1:10 Brennessel-Dünger. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass diese stärkere Mischung nun doch eher hilft… den anderen Chili-Pflanzen geht es jedenfalls nicht mehr wesentlich schlechter seither, auch wenn manche Blätter (v.a. die weiter unten, dort auch kleine) weiterhin vergilben und abfallen.
Wenn es sich ausgeht, werde ich aber noch einen Bio-Flüssigdünger bei ein paar der Pflanzen ausprobieren, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Als neues Getier hat sich offenbar zwischenzeitlich sogar mal ein junger Grashüpfer (oder sowas in der Art) auf unseren Balkon verirrt… zum heutigen Abschluss jedenfalls noch schnell ein paar generelle Fotos:

Chilis - die beiden größten PflanzenChilis - ÜberblickChili-LandschaftWachstums-StudieGrashüpfer auf Chili-BlattGrashüpfer auf Chili-Blatt

Bis bald also wieder, ich schwelge derweil schonmal in voller rot-farbig-blumiger Vorfreude ob der künftigen scharfen Erlebnisse!