Archiv für das Tag 'Dünger'

Trockene Zeiten

14. September 2009

Ich bin mir zwar noch nicht sicher, ob es bei dem aktuellen kühl-nassen Wetter wirklich gut ist, die Chilis draußen zum trocknen aufzuhängen (Vorteil: zirkulierende Luft), aber ich mach jetzt erstmal:

Zu trocknende Chili-Beeren

Hier auch übrigens nochmal die Auswirkungen des kommerziellen Gemüsedüngers: Das erste Foto zeigt die zu allererst aufgefallene Chili-Pflanze, die ja lange Zeit am stärksten betroffen war. Im zweiten Foto sieht man den farblichen Unterschied Eigenbau-Dünger (links, vergilbt) und Kommerzdünger (mitte-rechts, satt-grün):

Auf dem Weg der Besserung dank DüngerEigenbrau-Dünger links, Kommerzdünger mitte-rechts

Vom Gießen, vom Düngen und von der Wirkung

9. September 2009

Dosis facit venenum” hat Paracelsus offenbar bereits 1538 zurecht festgehalten – zu deutsch: “Die Dosis macht das Gift.”
Während ein “zu viel” an Wasser oder auch Dünger den Pflanzen schaden kann und wird, ist im Falle der Pflanzenaufzucht natürlich auch zu berücksichtigen, dass es ein “zu wenig” geben kann.

Zum einen sollte man nicht einfach nur auf den Wetterbericht hören. Denn wenn es trotz vorhergesagter niedriger Temperaturen dann stattdessen recht warm wird, wirkt sich das entsprechend auf den Wasserbedarf natürlich der Chilis aus (die sich ja üblicherweise nicht an Wetterberichten orientieren!). Naja – 1,5 Stunden nach dem Entdecken des akuten Wassermangels und entsprechendem (wie ich gestehen muss kräftigen) Gießen war die gute aber dann wieder erholt. Ich hoffe nur, dass die Wurzeln keinen Schaden davongetragen haben…:

Wassermangel1,5 Stunden nach dem Gießen wieder erholt

Und wie sich mehr und mehr herauskristalliert, scheint natürlich auch das Thema “düngen” von Paracelsus abgedeckt zu werden: Der Brennessel-Beinwell-Dünger “Marke Eigenbrau” stinkt zwar recht bestialisch, dürfte aber seine düngende Wirkung bei weitem nicht so gut erfüllen, wie der kürzlich erworbene Bio-Gemüsedünger vom Baumarkt. Seit einem Monat versorge ich ja nun wöchentlich einen Teil der Pflanzen weiterhin mit dem eigenen Dünger, einen anderen Teil jedoch mit dem käuflich erworbenen Fertig-Produkt. Und momentan scheint sich eine eindeutige (wenn auch aus Sicht des Hobbygärtners recht “unromantische”) Richtung herauszukristallisieren: die Blätter der Fertigdünger-versorgten Pflanzen erholen sich (rechts im Bild), wohingegen die Pflanzen mit selbst-gebrautem Dünger weiterhin an Blattgrün verlieren (links im Bild).

Links mit eigenem Dünger, rechts mit gekauftem Dünger

Die Jahreszeiten gehen nun doch recht rasch dem Herbst entgegen – bin schon gespannt, ob die momentan noch grünen Chilis überhaupt noch fertig reifen werden. Den Dünger-Vergleich werde ich jedenfalls für den Rest der Saison weiter verfolgen.

Abschließend noch ein paar Foto-Studien :-) …:

Chili-StudieChili-StudieChili-Studie

Grün vs. nicht-mehr-Grün

23. August 2009

Während einige Chili-Beeren so vor sich hin reifen und z.T. schon knall-rot sind (insbesondere am Stiel-Ansatz, wo natürlich ob dem großen Früchte-Gedränge bei dieser Sorte weniger Sonnenschein hin kann, sind die Beeren oft noch nicht so ‘durchgereift’), verlieren manche Pflanzen wiedermal Blätter. Diesmal ist’s sogar eine der wirklich großen Pflanzen, bei der zuerst die Blätter fleckig werden und ausbleichen und in weiterer Folge dann abfallen. Das gleiche Verhalten wie es vor einigen Wochen (v.a. bei einem kleinen) begonnen hat. Im rechten Foto sieht man den Unterschied eines zu vergilben beginnenden Blattes im Vergleich zu einem noch satteren grün im Hintergrund:

Vergilbendes BlattVergleich Blattfarbe: hell-vergilbend vs. normaler-dunkel

Wie bereits vormals beschrieben wird die eine Hälfte weiterhin mit meiner Brennessel-Beinwell-Jauche gedüngt, wohingegen andere Pflanzen jetzt mit einem vom Baumarkt gekauften Bio-Flüssigdünger für Gemüse versorgt werden. Mal sehen ob sich auf Dauer ein Unterschied erkennen lässt.

In der Zwischenzeit habe ich jedenfalls auch mal eine mittelgroße noch grüne Chili der Wissenschaft geopfert: mal kucken wie’s denen so geht im Innenleben und beim verspeist werden:

Mittelgroße grüne Chili-BeereAufgeschnittene grüne Chili

Reife im Anmarsch

9. August 2009

Nach einer weiteren Woche des Reifens wird die erste Chili-Beere schön langsam “fertig”: das rot ist zwar recht hell und scheint mit der Zeit noch ein wenig nachzudunkeln und satter zu werden, daher lasse ich die Beere noch ein paar Tage auf dem Strauch. Seit dem Auftauchen dieser ersten Chili Mitte Juni sind dann genau 2 Monate vergangen. Dieser Zeitraum deckt sich auch mit Infos von pepperworld.com, wonach in Mexiko die beste Reife (also auch meiste Schärfe) tlw. nach ca. 40-50 Tagen ab Fruchtbildung erreicht wird – Zitat: “[...] bei unserem Klima darf man getrost ein paar Tage bis Wochen dranhängen.”

Weiters zum Ernte-Zeitpunkt:

  • Beim leichten zusammendrücken der Beere ist diese Anfangs eben noch recht “voll”. Zu einem späteren Reifezeitpunkt, sobald die Samen ausgebildet sind, entsteht in der Frucht ein wenig Leerraum, sodass die Beere zusammengedrückt werden kann. (Lt. chili-balkon.de sind die Samen unreifer Chilis nicht keimfähig!)
  • “Zu spät” geerntete Beeren verlieren offenbar wieder etwas an Schärfe. Allerdings gewinnen rote Chilis oft an Aroma (-> Süße und Carotin).
  • Die Schärfe der Beeren nimmt ab, je weiter oben auf der Pflanze die Beere wächst.
  • Rote Chilis sollte man ernten, bevor sie schrumpeln – allerdings kann man offenbar lt. ‘pepperworld’ dünnwandige Sorten auch am Strauch trocknen lassen (in meinem Fall habe ich daher vorerst keinen Ernte-Stress), wohingegen ‘chili-balkon’ wiederum generell schreibt man sollte die Früchte ein paar Tage nach dem Farbumschlag ernten und sie nicht auf der Pflanze belassen und damit weich werden lassen.

Übrigens wird Test-weise die Hälfte der Pflanzen ab sofort mit einem gekauften flüssigen Bio-Gemüse-Dünger versorgt, wohingegen ich für die anderen bei der selbstgemachten Brennessel-Jauche bleibe. Mal sehen, ob sich ein Unterschied feststellen lässt. (Dünger-Ausgangstoffe: Zuckerrübenvinasse, weicherdiges Rohphosphat. Chloridarm. 3% N Gesamtstickstoff, 3% N organisch gebundener Stickstoff, 1% P2O5 wasserlösl. Phosphat, 5% K2O wasserlösl. Kalumoxid.)
Achja, und die Blattläuse bin ich nach dem einmaligen Brennessel-Auszug sprühen immer noch los! :-)

Abschließend noch ein paar aktuelle Bilder:

Rote Chili-BeereNoch eine errötende BeereZwei große vs. der "kränkelndsten" PflanzeDie meisten anderen Pflanzen

PS: Hier schonmal eine Vorschau auf’s Trocknen und die kulinarische Ecke der Ernte :-) . Bei exotic-samen.de sind auch noch einige Infos zur Ernte und anschließenden Verarbeitung angeführt.

Die erste Röte

2. August 2009

Nach einer Urlaubs- und anschließend Computer-technisch bedingten Pause, nun endlich der aktuelle Zwischenstand:
-> Alle Pflanzen leben ganz gut vor sich hin, die großen drei sind 40cm hoch mit zwischen 40-60 Chili-Beeren in unterschiedlichen Reifestadien. (Selbst der unten beschriebene vergilbteste kleine Kollege hat noch eine Hand voll Chili-Beeren entwickelt.)

Zu den Details – und davon natürlich das Wichtigste zuerst: die erste Röte ist im Anmarsch! … :)

Chilis über den Dächern der StadtDie erste "Röte 2009"Die erste "Röte 2009"

Aber nun der Rest der Reihe nach:
Vor 3 Wochen habe ich wohl jeden Tag mind. 2x manuell die Blattläuse bekämpft – mit anschließendem Händewaschen geht das schon irgendwie. :)
Am 17. Juli habe ich mir aber dann einen Brennessel-Auszug gemacht als Geheimmittel im Kampf gegen die Blattläuse: 300g Brennesseln (so gut als es ging derer Zweige die noch nicht in Blüte standen), 3 Liter Wasser drüber – und nach ca. 18h absieben. Das schon recht braune Wasser hab ich unverdünnt auf alle Chili-Pflanzen gesprüht.
2 Wochen später waren nur mehr vereinzelt ein paar Läuschen zu sehen – ansonsten bin ich mit nur dieser Einmal-Behandlung die Viehcher momentan los – hurra! :)
Die Pflanzen haben (außer den optisch unschönen braunen Flecken der getrockneten Tropfen) AFAICS keinerlei Schaden davon getragen.

Brennessel-Auszug gegen BlattläuseBrennessel-Auszug hinterlässt braune Tropfen-Flecken

Wie bereits erwähnt ist die von der mehrfach beschriebenen Vergilbung am schlimmsten betroffene Pflanze ebenfalls zu einer fruchttragenden solchen geworden: es sind zwar nur wenige, aber zumindest scheint es ihr nicht sterbens-elend zu gehen. Schön zu sehen waren zwischendrin endlich wiedermal ein paar dunkel-grünere frische Blätter – sicherlich ein gutes Zeichen. Manche Blätter haben’s jedoch nicht geschafft:

Vergilbendes Blattehem. vergilbtes Blatt - jetzt vertrocknet

Seit 3 Wochen gieße ich nun übrigens alle wöchentlich mit 1:10 Brennessel-Dünger. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass diese stärkere Mischung nun doch eher hilft… den anderen Chili-Pflanzen geht es jedenfalls nicht mehr wesentlich schlechter seither, auch wenn manche Blätter (v.a. die weiter unten, dort auch kleine) weiterhin vergilben und abfallen.
Wenn es sich ausgeht, werde ich aber noch einen Bio-Flüssigdünger bei ein paar der Pflanzen ausprobieren, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Als neues Getier hat sich offenbar zwischenzeitlich sogar mal ein junger Grashüpfer (oder sowas in der Art) auf unseren Balkon verirrt… zum heutigen Abschluss jedenfalls noch schnell ein paar generelle Fotos:

Chilis - die beiden größten PflanzenChilis - ÜberblickChili-LandschaftWachstums-StudieGrashüpfer auf Chili-BlattGrashüpfer auf Chili-Blatt

Bis bald also wieder, ich schwelge derweil schonmal in voller rot-farbig-blumiger Vorfreude ob der künftigen scharfen Erlebnisse!

Abgefallene/-rissene Blüten

13. July 2009

Hmm … anbei Fotos von abgefallenen Blüten — ich glaube aber mittlerweile, dass dies ein bislang noch nicht aufgetretener mechanischer “Unfall” war: rund um die Pflanze herum war es recht nass – wahrscheinlich hat es von oben kräftig heruntergetropft und dabei die Blüten von gerade werdenden Beeren heruntergerissen.
Update: Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es sich bei den Blüten-Sorgen um einen Anfänger-Fehler handelt: manche Blüten bleiben “auf der Pflanze” und vertrocknen halt dort, sobald sich eine Frucht bildet — andere fallen halt wegs Wind oder aus anderen mechanischen Gründen vorher schon ab…

Blüten abgefallen - oder abgefallen worden?Blüten abgefallen - oder abgefallen worden?

Dem Feedback im Forum auf chili-balkon.de entsprechend und auch nach Dave’s Kommentar im letzten Post, dürfte es sich bei den vergilbten + fleckigen Blättern evtl. um Nährstoffmangel handeln. Das wäre natürlich die angenehmste Diagnose. Ich dünge heute jedenfalls mal 1:10 mit meiner Brennessel-Beinwell-Jauche (und damit in einer stärkeren Mischung also ich’s bisher meist gemacht habe), und werde mich evtl. doch nochmal auf die Suche nach einem Bio-Flüssig-Tomaten-Dünger begeben.

Eindeutig lästig ist derzeit immer noch das Blattlaus-Problem — mit dem Knoblauchauszug werde ich die hellgrünen bzw. kleineren braunen Dinger bislang einfach nicht los, tlw. sind die Biester recht verbreitet.
Ich habe jetzt mal die kleineren Pflanzen mit einer Spülmittellauge besprüht – für die größeren, bei denen gerade einige Bienen und Schwebfliegen emsig beschäftigt sind, mache ich mir demnächst vielleicht einen Brennesselauszug.

Dünger ernten

16. May 2009

Die ersten Tage nach dem Dünger-ansetzen waren recht heiß, was sicherlich förderlich für die Vergärung war. Seit ein paar Tagen schäumt nun aber nichts mehr -> die Brennessel/Beinwell-Jauche ist fertig.

  • Resultat: 4-5 Liter stinkender Bio-Dünger.
  • Haltbarkeit: anscheinend super-lange (zumindest dieses Jahr, oder so?).
  • Geplante Anwendung: alle 2 Wochen im Verhältnis 1:10 bis 1:20 verdünnt mit normalem Wasser beim üblichen gießen verwenden.

Das ist ein Dünger!Das ist ein Dünger!

Plastik vs. Ton: 2:0

9. May 2009

Die in die 14er-Plastik-Töpfe umgesiedelten Chilis (hinten links und vorne rechts) sprießen und gedeihen nur so vor sich hin. Okok, sie haben eine neue Erde gekriegt, aber das alleine kann’s nicht sein — schließlich sind die ursprünglichen 3 Plastik-Chilis (hinten rechts) ja auch in der selben Erde wie die 2 kärglichen Tontopf-Test-Chilis (vorne links) untergebracht, und denen geht es bedeutend besser als den ursprünglich 2 stärksten Tontopf-Pflänzchen.

Sprießen im Plastiktopf

Ich habe mich schon gefragt, ob sie nicht gar zu viele Blätter entwickeln, so wie die wuchern? Nach einigem Studium zum Thema habe ich mich aber dann doch gegen ein Ausgeizen entschieden: ich lasse die Pflanze mal so sein, wie sie sein will, und mische mich da nicht ein.

Achja, und natürlich darf das tägliche Dünger-umrühren nicht vergessen werden – es schäumt und stinkt jedenfalls schon recht!

Jauche!

Dünger: selbst gemacht!

5. May 2009

In einer frischen Erde ist zwar von Haus aus schnell mal für einige Wochen genügend Dünger vorhanden – aber auf Dauer brauchen Pflanzen natürlich Unterstützung in Form von zusätzlichen Nährstoffen. (Naja, zumindest tut es ihnen offenbar gut.) Für Chilis empfiehlt sich grundsätzlich Tomatendünger, die eine gute NPK-Mischung zur Verfügung stellen. Da ich aber keinen für mich passenden Bio-Dünger finden konnte (Flüssigdünger fand ich keinen, und die Langzeitdünger hatten meist Tiermehl oder ähnliches drin), hab ich mich für ein weiteres Experiment entschieden: Brennessel/Beinwell-Jauche, selbst gemacht.

Hier sind die 750g Brennessel und Beinwell Kräuter zu sehen. Die Mischung ist ca. halbe-halbe nach Gewicht aufgeteilt und wurde selbstverständlich der besseren Vergärung wegen “hand-gerissen” :-) . Das ganze habe ich dann noch mit 7-8 Liter Wasser aufgegossen, und da mir ein passendes Gitter fehlt kommt lose ein Deckel drauf (sodass noch Luft dazu kann, aber nicht zu viele Viehcher und Zeux ‘reinfallen).

Brennessel/Beinwell KräuterDie Jauche kann beginnenIMG_8719

Achja, noch schnell festgehalten, warum genau diese Mischung: Brennesseln liefern offenbar reichlich Stickstoff, was gut für’s Blattwachstum ist. Für die Früchte ist dann später aber offenbar auch bzw. vor allem Kalium wichtig, was wiederum von Beinwell geliefert werden kann.